Angiologische Anamnese

Warum ein Gefäßcheck?

Herz-Kreislauferkrankungen stehen als Todesursache in den westlichen Industrienationen an erster Stelle. Als Risikofaktoren für die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) werden erhöhter Blutdruck (Hypertonus), ein erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus und das Rauchen sowie Bewegungsmangel angesehen. Die Verkalkung der Arterien ist ein schleichender Prozess, der von den Betroffenen lange Zeit nicht bemerkt wird. Die Folge können Schlaganfall, Herzinfarkt oder die periphere Gefäßerkrankung mit claudikatio intermittens (sog. Schaufensterkrankheit) sein. An erster Stelle der ärztlichen Untersuchung sollte die Erhebung der Anamnese, des Pulsstatus sowie eine Ultraschalluntersuchung stehen. Daraufhin wird entschieden welche weiterführende, bildgebende Diagnostik sinnvoll ist.



Spezielle angiologische Anamnese

Eine "Anamnese" ist die Erhebung einer "Krankheitsgeschichte". Der Arzt stellt Fragen, und der Patient erzählt. Oft sind wesentliche Bestandteile der allgemeinen Anamnese (z.B. frühere und aktuelle Erkrankungen) schon aus den Untersuchungen des Hausarztes oder Krankenhausaufenthalten bekannt.
Eine spezielle angiologische Anamnese erfragt alle Umstände, die im Hinblick auf Erkrankungen der Blutgefäße wichtig sein könnten.

Wichtige Leistungen
Ich nehme mir soviel Zeit für eine gründliche Anamnese, wie Sie möchten.
  • Höchste Diskretion.
  • Strengster Datenschutz.



Spezielle venöse Anamnese

Auch bei den Venen ist die Entstehungsgeschichte der Beschwerden wichtig.
Darüber hinaus werden begünstigende Umstände einer venösen Erkrankung, z.B. Schwangerschaft, Hormoneinnahme, frühere Thrombosen, familiäre Krankheitshäufung erfragt.

Wichtige Leistungen
Mit der speziellen Anamnese bereiten wir die gezielte Diagnostik und eine erfolgreiche Therapie vor. Wenn Sie Fragen haben, stellen Sie sie während den Sprechstunden.



Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung umfaßt das Anschauen (Inspektion), Abtasten (Palpation) und Abhören (Auskultation). Es ist ein wichtiger Schritt der Diagnostik. Nach Anamnese und körperlicher Untersuchung stehen bereits 90% der Diagnosen fest! Alle weiteren Untersuchungen dienen dann in der Regel "nur" noch der Entscheidung über die beste Behandlungsmethode.

Wichtige Leistungen
  • Körperliche Untersuchung in angenehmer Atmosphäre durch mich persönlich.
  • Herz- und Gefäßuntersuchung mit moernen elektronischen Geräten.
  • Schonende Blutdruckmessung mit Computersystem.
  • Ich nehme mir soviel Zeit für eine gründliche Untersuchung.



Funktions- und Belastungsuntersuchungen

Funktions- und Belastungsuntersuchungen dienen der genaueren Erfassung von Durchblutungsstörungen; man kann somit die Leistungsfähigkeit unter einheitlichen (standardisierten) Bedingungen messen. Das wichtigste Verfahren ist der Laufband – Gehtest und die Lagerungsprobe .



Doppler-Sonografie

Mit dieser Art Ultraschall ist man in der Lage, auch in kleinen Gefäßen das Strömungsverhalten zu beurteilen und mit Hilfe kleinerer Tests Aussagen über eventuelle Erkrankungen des Gefäßsystems zu treffen.

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Wichtige Leistungen
  • Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.
  • Knöchel-Arm-Index-Messung: dabei wird der systolische Knöcheldruck (obere Wert) durch den systolischen Armdruck geteilt:
  • Liegt der Wert unter 0,9 so handelt es sich um einen Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkranheit im Anfangsstadium.
  • Bei Werten zwischen 0,6 und 0,8 haben die Patienten meist schon intermittierende Schmerzen.
  • Wenn der Knöchel-Arm- Index unter 0,4 beträgt, dann liegen in der Regel schwere pathologische Veränderungen vor.



Ultraschall / Sonographie

Mit unserem hochmodernen Gerät der Firma GE können wir alle Untersuchungen durchführen, die wir im Rahmen der Abklärung einsetzen: Sonographie des Bauchraumes und des Beckens, Sonographie der Nieren und ableitenden Harnwege, Sonographie der Brust, Sonographie der Schilddrüse und Halslymphknoten, Sonographie der Venen und Arterien.
Bei der Sonographie der Venen wird besonders nach der Venenthrombose gesucht. Das Verfahren eignet sich auch zur Beurteilung einer Krampfadererkrankung. Bei den Arterien ist besonders die Abklärung von Arterienverkalkungen, Verengungen und Verschlüssen gewünscht. Dies betrifft die Becken-Bein-Gefäße ebenso wie die Halsgefäße.

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Wichtige Leistungen
Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Die Bilder werden gespeichert und analysiert und stehen jederzeit fuer Vergleiche da.



Farb-codierte Duplexsonografie

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Ultraschalluntersuchung, bei der es möglich ist, Arterien und Venen farblich darzustellen und über spezielle Flussmessungen Aussagen über das Vorliegen und das Ausmaß von Durchblutungsstörungen zu treffen.
Mit unserem hochmodernen Gerät der Firma GE können wir alle Untersuchungen in Farbe und Fluss durchführen, die heute im Rahmen der Radiologie nachgefragt werden: Sonographie des Bauchraumes und des Beckens, Sonographie der Nieren und ableitenden Harnwege, Sonographie der Brust, Sonographie der Schilddrüse und Halslymphknoten, Sonographie der Venen und Arterien.
Bei der Sonographie der Venen wird besonders nach der Venenthrombose gesucht. Das Verfahren eignet sich auch zur Beurteilung einer Krampfadererkrankung. Bei den Arterien ist besonders die Abklärung von Arterienverkalkungen, Verengungen und Verschlüssen gewünscht. Dies betrifft die Becken-Bein-Gefäße ebenso wie die Halsgefäße.

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Wichtige Leistungen
  • Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.
  • Die Bilder werden gespeichert und analysiert und stehen jederzeit fuer Vergleiche da.



Atherosklerose

Unter "Atherosklerose" (Arteriosklerose, Arteriosklerosis obliterans, "Gefäßverkalkung") versteht man eine komplexe, chronische Veränderungen der Arterienwand: In der innersten Wandschicht (Intima), die in Kontakt zum fließenden Blut steht, bilden sich fettreiche Einlagerungen (Plaques), die zunächst flach und weich sind. Im Laufe der Zeit entwickeln sich größere Schäden, es lagern sich Blutplättchen an, und bindegewebsartige Einengungen entstehen.
Eine Gefäßverengung durch "Plaques" kann durch örtliche Blutgerinnsel (Thromben) verschlimmert werden. Schließlich können sich größere Gefäßstrecken vollständig verschließen und die Durchblutung erheblich behindern. Den den allermeisten Fällen (90 bis 95%) einer Durchblutungsstörung von Herz, Kopf, Armen oder Beinen liegt eine Atherosklerose zugrunde.
Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen stellen in Österreich den größten Teil der Ursachen für eine Erwerbsunfähigkeit dar, sowie die größte Gruppe der Todesursachen.

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Wichtige Leistungen
Da die Atherosklerose eine sehr häufige und über Jahrzehnte verlaufende Erkrankung ist, umfaßt das Angebot ein großes Spektrum von Methoden der Frühdiagnose und der Prävention (Vorsorge) bis zur Behandlung schwerer und schwerster Erkrankungsfälle.



Chronische periphere Durchblutungsstörungen

"Peripher" - das ist das Gegenteil von "zentral". Gemeint sind am menschlichen Körper die Extremitäten (Arme, Beine). Da diese jedoch nicht nur dann leiden, wenn sie selbst betroffen sind, sondern auch dann, wenn vorgeschaltete Gefäßversorgungen (z.B. Brust- oder Bauchschlagader, Beckenarterien) gestört sind, schließt man diese Fälle in die Definition mit ein.
Die "periphere arterielle Verschlußkrankheit" bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die zu Durchblutungsstörungen der aufgeführten Regionen führen. Diese entwickeln sich langsam und sind später nicht mehr ursächlich heilbar (daher: "chronisch"). Die Geschwindigkeit des Fortschreitens ist allerdings vielfältig beeinflußbar, und die meisten Beschwerden können wirksam gelindert werden.
Eine gestörte Durchblutung bedeutet, dass Gewebe nicht ausreichend mit Nährstoffen, insbesondere Sauerstoff, versorgt werden. Ein Sauerstoffmangel macht sich besonders in Situationen bemerkbar, die für den Körper Arbeit oder Anstrengung bedeuten. Sind Muskeln unterversorgt, so entstehen typischerweise krampfähnliche Schmerzen, die bei Ruhe bald wieder nachlassen. Dies sind ernstzunehmende Warnzeichen.

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Wichtige Leistungen
Hier können wir mittels modernester Technologie all relevanten Untersuchungen durchführen



Akute periphere Gefäßverschlüsse (Embolie)

Wenn Durchblutungsstörungen nicht allmählich, sondern plötzlich (akut) auftreten, ist dies ein Gefäß - Notfall. Es kommen zwei Ursachen in Betracht:

  • Verstopfung einer bestehenden Gefäßenge durch Anlagerung von Blutgerinnseln (arterielle Thrombose)
  • Verschleppung von Blutgerinnseln mit plötzlichem Arterienverschluß (Embolie)

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Die Unterscheidung dieser Mechanismen ist bei Patienten mit Atherosklerose nicht immer einfach. Je schlagartiger und heftiger die Beschwerden einsetzen, desto wahrscheinlicher ist die Embolie.
Je früher der Patient in die Ordination kommt, desto besser sind die Chancen für eine Wiedereröffnung der verschlossenen Gefäße. Die wichtigsten Methoden sind:

  • mechanische Thrombolyse oder Thromboaspiration (Zerkleinern/Absaugen der Gerinnsel)
  • lokale medikamentöse Thrombolyse (Auflösung durch örtlich eingebrachte Medikamente)
  • Embolektomie (gefäßchirurgische Entfernung durch Schnitt und Spezialwerkzeug)
  • konservative Therapie (mit "Blutverdünnung", nur in minderschweren Einzelfällen)



Diabetische Mikro- und Makroangiopathie)

Beim Diabetiker treten Gefäßerkrankungen gehäuft auf, darunter auch Durchblutungsstörungen der Beinarterien. Diese betreffen in besonderem Maße die Unterschenkelarterien. Diese sind im Durchmesser etwa so groß wie Herzkrankarterien. Zur Behandlung mit "Schlüssellochmethoden" werden daher auch ähnliche Techniken eingesetzt wie dort, z.B. kleine Laser - Sonden, Miniatur - Ballons usw. Die Eingriffe erfordern besondere Vorsicht, weil die Gefäße leichter verletzlich sind. Dennoch besteht auf diese Weise die Möglichkeit, Durchblutungsstörungen auch beim Diabetiker über Jahre und Jahrzehnte wirksam lindern zu können. Es versteht sich von selbst, dass umfangreiche Begleitbehandlungen (Einstellung des Blutzuckers, Ernährung, besondere Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren (Rauchen, Blutfette...) notwendig sind.

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Wichtige Leistungen
  • Diagnostik und Therapie von diabetischen Gefäßerkrankungen, auch: Rekanalisationen von Unterschenkelarterien in geeigneten Fällen, z.B. mittels Laser.
  • Wundtherapie, Wundmangement



Zerebrale Durchblutungsstörungen (Schlaganfall)

Ein "Schlaganfall" - aber auch schon bereits seine Vorboten der transitorischen ischämischen Attacke (TIA; rasch vorübergehende, geringfügige Durchblutungsstörung) sind Reaktionen des Gehirns auf eine plötzliche Störung der Versorgung.
Der Patient und seine Mitmenschen müssen wissen:

  • TIA: Rasche und sorgfältige Gefäßdiagnostik zur Vermeidung des Schlaganfalls!
  • Schlaganfall: Sofortige Notfall - Einweisung in eine spezialisierte Großklinik!

Warnsignale
  • Plötzliche Muskelschwäche oder Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen
  • Seh- oder Hörstörungen
  • Schwindelgefühl
  • Unsicheres Gehen
  • Sprech- und Schluckstörungen
  • Bislang unbekannter, plötzlich einsetzender starker Kopfschmerz

Wichtige Leistungen
Nachweis von Gefäßschäden der extra- und intrakraniellen Arterien mittels
  • Ultraschall-Doppler und Farbdoppler (auch transkraniell)
  • Kardiale Begleitdiagnostik (Ausschluß kardialer Emboliequellen)
  • Analyse von Risikofaktoren
  • Einleitung von weiterführender Diagnostik z.B.Digitale Subtraktions-Angiographie, CT, CTA, MR, MRA (incl. Hirngewebe-Darstellung)

Behandlung von hochgradigen Einengungen der hirnzuführenden Arterien mittels
  • interventionellen Techniken (PTA, Stenting, mit besonderen Schutzverfahren)
  • Gefäßchirurgie
  • sowie Abbau von Risikofaktoren (u.a. Nikotinentwöhnung, Ernährungsberatung)

Die Akutversorgung des Schlaganfalles sollte vorzugsweise in einem Großkrankenhaus mit Stroke Unit (spezielle Abteilung für Schlaganfall-Notfallversorgung) erfolgen!



Koronare Herzerkrankung (Angina Pectoris)

Die Koronare Herzerkrankung ist die Folge einer Atherosklerose der Herzkranzarterien (Coronarien). Die Angina pectoris - "Brustenge" - ist das Leitsymptom der koronaren Herzerkrankung. Typisch ist ein Engegefühl in der Brust, Atemnot oder ein dumpfes Ziehen in der Herzgegend, Schmerzen im Brustkorb, Ausstrahlung der Schmerzen in einen oder beide Arme (links häufiger als rechts), auch Ausstrahlungen in die Hals- und Unterkieferregion kommen vor.
Die Angina pectoris muss stets ernst genommen werden, da sie eine Vorbotin für einen Herzinfarkt sein kann. Sehr oft sind auch andere Gefäßgebiete erkrankt, so dass insbesondere Halsarterien, Bauchschlagader und ggf. Becken-Beinarterien sonografisch kontrolliert werden sollten ("Gefäßcheck").

Wichtige Leistungen
  • Für Herzprobleme von unseren Patienten stehen EKG, Belastungs-EKG (Ergometrie: Fahrradtest),Defibrillator, Labordiagnostik und alle erforderlichen Medikamente zur Verfügung für eine Notfall - Therapie.
  • Die Ergometrie besitzt eine zentrale Bedeutung in der Diagnostik der KHK. Dabei lässt sich das Ausmass der Durchblutungsstörung der Herzkranzgefässe abschätzen. Erst bei Belastung können sich bestimmte, in Ruhe noch normale Messgrößen verschlechtern und im EKG sichtbar werden.
  • Patienten, die Herzbeschwerden oder gar einen Infarkt außerhalb unserer Ordination erleiden, empfehlen wir die Aufnahme bzw. Einweisung in ein Kardiologisches Zentrum.



Nierenarterienstenosen
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Stenosen der Nierenarterien sind häufige Befunde. Meist handelt es sich um ältere Patienten mit einer Atherosklerose. Seltener - typischerweise beim jüngeren Patienten - liegt eine sog. fibromuskuläre Hyperplasie vor.
Stenosen werden mittels Ultraschall (Farbdoppler) oder angiographisch (Bild 1) nachgewiesen. Erst bei höhergradigen Einengungen (> 75%) kommt es allmählich zu Durchblutungs- und Funktionsstörungen der betroffenen Niere. Eine Folge kann die Entstehung eines Bluthochdrucks sein. Wenn eine Nierenarterienstenose die Ursache einer Organbedrohung oder eines Bluthochdruckes ist, kann man mit Kathetertechniken (Ballon, Stent) die Durchblutung meist wieder herstellen (Bild 2).

Wichtige Leistungen
  • Diagnostik mittels Farbdoppler, Powerdoppler sowie die Zuweisung für Angiographie (DSA), CT/CTA, MR/MRA und Labor für seitengetrennte Reninbestimmung im Nierenvenenblut
  • Differentialdiagnose der renalen Hypertonie (Hochdruck bedingt durch Nierenarterienverengung)
  • Einweisung für interventionelle Behandlung (PTA, Stenting in Schutzkatheter-Technik)



Abdom. Durchblutungsstörungen

Abdominelle Durchblutungsstörungen können Magen, Darm sowie Ober- und Unterbauchorgane betreffen. Die Hauptversorgung erfolgt über drei kräftige Äste der Bauchschlagader (1. Truncus coeliacus mit Ästen zu Leber, Milz und Magen), 2. A. mesenterica superior und 3. A. mesenterica inferior: vorwiegend Darmversorgung).


Als Ursachen sind denkbar:
  • Gefäßeinengung durch Atherosklerose oder Entzündung.
  • plötzlicher Gefäßverschluß durch Blutgerinnsel
  • äußere Kompression durch anatomische Strukturen (z.B Zwerchfellanteil).
  • Äußere Kompression durch krankhafte Strukturen (z.B. Tumor)

Die Unterscheidung erfolgt, in Kenntnis der Symptomatik, mittels bildgebender radiologischer Verfahren (Farbdoppler, CT/CTA, MR/MRA, Angiographie).

Wichtige Leistungen
  • Diagnose abdomineller Durchblutungsstörungen mittels Ultraschall (Farbdoppler) und Digitaler Angiographie.
  • Interventionelle Behandlung geeigneter Fälle (Ballon, Stenting)



Arterielle Aneurysmen

Aneurysmen sind Gefäßaussackungen, die über geringgradige Erweiterungen (med.: Ektasie= hinausgehen. Die genauen Definitionen hinsichtlich des Durchmessers unterscheiden sich je nach betroffenem Gefäßgebiet. Die Gefahr besteht im Aufplatzen des Aneurysmas, da hieraus rasch erhebliche Blutverluste entstehen können. Während die Behandlung von arteriellen Aneurysmen früher ausschließlich operativ erfolgte, bestehen heute vielfältige interventionelle Verfahren ("minimal-invasiv", "Schlüssellochtechnik"), mit denen zumindest Aneurysmen im Bereich der Bauchschlagader (Aorta), der Arm- oder Beinarterien ausgeschaltet werden können.

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Wichtige Leistungen
  • Aneurysma - Ausschluß durch Implantation von Spezial-Stents und Endoprothesen
  • Aneurysma - Ausschluß durch kombinierte operativ-interventionelle Verfahren



Vasospastische Gefäßerkrankungen

Anfallsartige Durchblutungsstörungen in den Fingern werden als Raynaud-Syndrom bezeichnet. Die Symptome - Weißwerden einzelner Finger oder der ganzen Hand, gefolgt von einer tiefblauen und anschließend roten Verfärbung - treten besonders bei Kälte auf. Die Ursache dafür sind Verkrampfungen von kleineren Arterien.
Der menschliche Körper braucht eine halbwegs konstante Kerntemperatur, um richtig funktionieren zu können. Die Temperatur wird dadurch gehalten, dass sich die Blutgefäße in kalter Umgebung verengen um dem Wärmeverlust entgegenzuwirken, und sich in warmer Umgebung erweitern, damit sich die Hitze nicht staut. An dieser Regulation sind Nerven, Blutplättchen, Hormone sowie die Gefäß-Innenwand (=Endothel) beteiligt. Bei Personen mit Raynaud scheint diese normale Reaktion übermäßig aufzutreten, wobei sich die kleinen Arterien in Händen, Füßen, Ohren, Wange, Nase und sogar sehr selten der Brustwarzen zusammenziehen. Das Blut kann so nicht in die Extremitäten gelangen. Durch das plötzliche krampfartige Zusammenziehen erscheinen die Finger bzw. Zehen plötzlich weiß, dann bläulich, kalt, starr und gefühllos. Ist die Attacke vorbei, meist in wärmerer Umgebung, laufen die Finger (Zehen) dunkelrot an, beginnen zu beißen, jucken, brennen, stechen oder pochen. Die Anfälle können wenige Minuten bis mehrere Stunden andauern. Die vorübergehende Engstellung der betroffenen kleinen Arterien - etwa der Hände oder Finger - führt zur Blässe (Bild 1) und ist oft sehr schmerzhaft (Raynaud´ Syndrom).

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Nur in Extremfällen entstehen Gewebeschäden (Bild 2).

Da die Ursache des Raynaud-Syndroms nicht bekannt ist, kann der Arzt nur die Symptome lindern. Neben allgemeinen Maßnahmen wird oft versucht, die Blutgefäße mit Hilfe von Medikamenten zu erweitern. Obwohl eine solche Behandlung häufig angewandt wird, ist sie problematisch, denn viele Raynaud-Patienten haben einen niedrigen Blutdruck, der durch die Gefäßerweiterung noch weiter gesenkt wird. Ebenfalls gefäßerweiternd wirkt Nitroglyzerinsalbe. Trägt man dieses Mittel auf die Finger auf, dehnen sich die darunter liegenden Arterien aus.
Schwere Fälle werden mit Infusionen behandelt.
Vor kurzem habe ich entdeckt, dass ein spezieller Rotlichtlaser die Raynaud-Beschwerden erstaunlich positiv beeinflusst. Der Laser stellt somit eine neuartige, nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeit dar. Mehrere Studien belegten meine Ergebnisse. Bei einem sehr weit fortgeschrittenen Raynaud-Syndrom wird manchmal auch operativ eingegriffen. Zwar macht eine gezielte Nervendurchtrennung den Patienten vorübergehend beschwerdefrei, doch diese Methode hilft meist nur für wenige Monate oder Jahre.
Die primäre Raynaud-Krankheit ist eine rein funktionelle Störung der kleinen versorgenden Gefäße der Akren (=Körperenden) ohne erkennbare Grunderkrankung. Charakteristisch ist ein beidseitiger Befall der Hände bzw. der Zehen, der Daumen bzw. Großzehe meist ausspart, das Auftreten vor dem 40. Lebensjahr und eine familiäre Vorbelastung. Frauen sind davon weitaus häufiger betroffen als Männer. Der Krankheitsverlauf ist nicht so schwer und es kommt nie zum Absterben der Fingerkuppen (='Rattenbissphänomen'), die Beschwerden lassen mit dem Alter sogar nach. Diese Form ist die häufigste und kommt bei ca. 70% der Raynaud-Patienten vor. Bei der sekundären Raynaud-Krankheit liegt häufig ein ungleicher Befall der Hände und/oder Füße vor, was auf eine andere zugrundeliegende Erkrankung hinweist. Meist handelt es sich um eine Gefäßentzündung im Rahmen einer Bindegewebserkrankung, oder um eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Beim Fortschreiten der Erkrankung kann es zu Wachstumsstörungen der Nägel sowie Absterben der Fingerkuppen (='Rattenbissphänomen') (Bild 2) kommen. Die Langzeitprognose hängt von der Grunderkrankung ab.

Wichtige Leistungen
  • Diagnose vasospastischer Erkrankungen mittels (Doppler-) Sonographie und Expositionstests.
  • Lasertherapie



Entzündliche Gefäßerkrankungen

In seltenen Fällen (< 5%) können Durchblutungsstörungen auf entzündliche Gefäßveränderungen (Angitiiden) zurückzuführen sein.
Hierbei kann es sich um einen Mitbefall im Rahmen einer Systemerkrankung handeln, oder um eine isolierte Entzündung einzelner, mehrerer oder aller Arterien des Körpers.

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Am Anfang meist nur indirekte Hinweise, so genannte Alarmsymptome:
Allgemeinsymptome (Antriebsarmut, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust etc.) Rheumatischer Beschwerdekomplex (Polymyalgie (Muskelschmerzen), Polyarthralgie, (Gelenkschmerzen), Polyarthritis/-myositis). Raynaud-Phänomen.

Wichtige Leistungen
Diagnoseverfahren wie Farbdoppler - Sonographie, Angiographie, operative oder nicht-operative Probenahme (Atherektomie) zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie), Beratung und Therapiekontrolle.



Tinnitus und Hörsturz

Tinnitus nennt man in der Medizin eine besondere Art von Ohrgeräusch. Die Übersetzung des lateinischen Wortes bedeutet "Klingeln".
Tinnitus tritt in vielen Formen auf, etwa als Pfeifen, Rauschen, Brummen, Pfeifen, als Maschinengeräusch oder auch wie der Ton einer Alarmanlage. Bei manchen Betroffenen ist er ständiger Begleiter, bei andern nur gelegentlich; der Schweregrad kann "erträglich" oder auch eine pure Qual sein. Obwohl die Ursache nicht immer genau bestimmbar ist, kann dennoch den meisten Patienten zumindest Linderung in Aussicht gestellt werden (siehe "Patienteninformation".

Wichtige Leistungen
  • Wir leisten die angiologische Diagnostik und ggf. in Kooperation mit überweisenden Kollegen Infusionsbehandlungen.
  • Therapie mit Laser und Infusionen.



Erektile Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion ist die häufigste sexuelle Erkrankung des Mannes. Sie bezeichnet das Unvermögen, eine zur sexuellen Befriedigung notwendige Erektion zu erlangen oder zu erhalten.
Obwohl körperliche und psychische Ursachen oft zusammenwirken, scheint bei ca. 50% der Patienten ein körperlicher Anlass gegeben. Hierbei handelt es sich häufig um arterielle, seltener um venöse Durchblutungsbzw. Funktionsstörungen. Patienten mit Atherosklerose sowie den Risikofaktoren des Rauchens oder des Diabetes sind besonders häufig betroffen.

Wichtige Leistungen
  • Gefäßbedingte Erektionsstörungen sind mit Ultraschall-Dopplerverfahren, ggf. ergänzend auch angiographisch, zuverlässig nachzuweisen.
  • In vielen Situationen sind Korrekturen mittels Ballondilatation oder Stenting (ohne operativen Eingriff) möglich und werden von uns durchgeführt.
  • Beratung und Therapie der erektilen Dysfunktion unter höchster Diskretion und strengstem Datenschutz.



Behandlung von Restenosen

Nach Gefäßeingriffen - chirurgisch oder interventionell - können sich erneut Engstellen bilden:

  1. infolge der Grunderkrankung (Atherosklerose) und
  2. infolge der mechanischen Irritation der Gefäße durch den Eingriff.

Sog. "Anastomosenstenosen" - Engstellen am Anfang oder Ende eines Bypass - treten seltener auf und sind nicht einfach zu behandeln.
Erneute Engstellen nach Ballonbehandlung treten häufiger auf, sie sind aber meist sehr einfach (durch erneute Dilatation oder ergänzende Maßnahmen wie Laser oder Stent) zu behandeln.

Wichtige Leistungen
  • Analysen zu Unterscheidung von Re - Stenosen
  • Vorsorge zur interventionellen Therapie von Stenosen nach Ballon oder Operation
  • Vorsorge der Restenosierung durch Medikation (in Planung: Bestrahlunggstechnik)

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Die Idee, Einengungen von Gefäßen mechanisch "von innen" aufzudehnen, wurde pionierhaft zunächst von Charles Dotter (daher: "Dottern") mit anfänglich eher stabähnlichen Geräten entwickelt.
Andreas Grüntzig leistete schrittmachende Beiträge zur Entwicklung der eigentlichen Ballondilatation. Aus diesem Grunde spricht man auch vom Dotter-Gruentzig-Verfahren. Die Mediziner nennen die Methode PTA und meinen damit die "perkutane" (= durch die Haut), transluminale (= entlang des Gefäßinneren) Angioplastie (= Gefäßformung). Bei der Durchführung wird zunächst eine orientierende Angiographie ausgeführt, um die Gefäßschäden genau zu lokalisieren (Bild1). Dies kann auch in der sog. "Road-Map- Technik" (Bild 2) geschehen. Hierbei bleibt das angiographische Bild angezeigt, während der Untersucher wie entlang einer "Straßenkarte" das Gefäß sondiert und den Ballon in Position bringt.

Die PTA beinhaltet die
  • Gefäßpunktion, danach die
  • Einführung einer sog. Schleuse, die
  • Sondierung mit einem Führungsdraht, und schließlich die
  • Angioplastie mit einem speziellen PTA-Ballonkatheter

Vor, während und nach der Ballondilatation wird der Gefäßstatus angiographisch kontrolliert. Dies erfolgt durch manuelle Kontrastmittel-Injektion, oder einem Injektionssystem.

Die Führungsdraht-Sondierung wird umso schwieriger, je enger das Gefäßlumen (Innendurchmesser) wird. Aus diesem Grund sind Verschlüsse nicht so einfach zu behandeln wie Stenosen (Engstellen) - ein Grund mehr für eine rechtzeitige Diagnostik!

Die Ballongröße wird so gewählt, daß sie das Gefäß nicht überdehnt. Auch die Länge kann der zu behandelnden Strecke angepaßt werden.

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In Abhängigkeit vom Material der Gefäßeinengung wird zwischen 5 Sekunden und 3 Minuten lang ein- oder mehrmals mit Drucken zwischen 4 und 16 bar dilatiert (Bild 2).

Der Ballon verformt die Ablagerungen im Gefäßinneren, und es entstehen Risse, die bis in die Gefäßwand reichen können. Dies kann man im angiographischen Bild nur unvollständig erkennen. Binnen weniger Tage erfolgt eine Glättung dieser Schäden und schließlich ein Überwachsen mit "Gefäßinnenhaut". Im Idealfall sieht das Gefäß nach einer PTA so aus, als habe nie eine Engstelle vorgelegen (Bild 3). Es geht aber nicht um "Kosmetik". Kleinere Reststenosen sind oftmals (z.B. sehr harte Kalkablagerungen) nicht vermeidbar. Als technischer Erfolg darf eine PTA zählen, wenn keine Reststenose von mehr als 50% verbleibt.

Längere Verschlüsse, insbesonderer kurvig verlaufender Gefäße wie der Kniearterie in nebenstehendem Beispiel (Bild 4) sind nur selten für die alleinige PTA (Bild 5, Abschlußbild nach PTA) geeignet. In der Regel kommen hier zunächst Materialabtragende Verfahren wie die Laserangioplastie oder bei ganz frischen Verschlüssen die lokale Lyse zur Anwendung.

Wichtige Leistungen
Die PTA (Ballondilatation) ist ein Standardverfahren der Versorgung von arteriellen Einengungen. Wir verwenden hochstabile High-Tech-Ballons unterschiedlichster Größen mit sehr präziser Druck- und Zeitregelung für optimale Ergebnisse.



Stenting
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Es gibt Gefäßläsionen, die bei der einfachen Ballondilatation Probleme bereiten können:

  • Stenosen, die nach einer Dilatation "elastisch" reagieren und erneut Engstellen bilden
  • Risse und Lappenbildungen der Gefäßinnenhaut, die sich nicht glätten lassen
  • Gefäßverschlüsse, die rasch vollständig eröffnet werden müssen

In diesen Fällen bietet sich die Implantation von Gefäßstützen (Stents) an. Sie werden mittels Ballonkathetern oder durch Vorschub im Inneren von Kathetern eingebracht und am Zieloprt entfaltet (Bild 1). Sie halten das Gefäß offen. Es gibt sehr unterschiedliche Modelle: drahtnetzartige, selbstversteifende Stents für hohe Stabilität, flexible Konstruktionen für gelenknahen Einsatz, oder gewebeummantelte Stents (Endoprothesen), die ein späteres Durchwachsen von Gefäßwandzellen verhindern sollen. Je nach Ort und Zweck muss der bestgeeignete Stent ausgewählt werden.



Gefäßchirurgie peripherer Arterien
Trotz der neuen "minimal invasiven" oder "interventionellen" Techniken kann es durchaus einmal sinnvoll sein, eine Arterie operativ zu behandeln. Die wichtigsten Verfahren sind:

Bypass - Operationen, sie schaffen mittels patienteneigener Vene oder Gefäßprothesen aus Kunststoff eine Umgehung des Verschlusses. Beispiele sind der aortobiiliakale Bypass (von der Bauchaorta auf die Beckenarterien führend, wegen der Form auch Y - Prothese genannt) oder der femoropopliteale Bypass (von der Oberschenkel- zur Kniearterie). Je größer das Gefäß und je stammnäher das Wiederanschlußsegment, desto günstiger die Prognose (Offenheitsrate nach 5 Jahren: ca. 48 - 85%).

Mittels Atherektomie kann der Gefäßinhalt ausgeschält und somit der ursprüngliche Durchmesser wiederhergestellt werden; bei den Techniken werden unterschieden: Geschlossene (minimale Schnitte), halboffene (teilweise Eröffnung) und offene (vollständige Eröffnung).

Eine Patchplastik stellt den Einsatz eines "Flickens" dar, das Gefäß wird dadurch erweitert und neigt weniger zum Reverschluß. Beispielsweise schafft die Kombination von Atherektomie und Patchplastik sehr gute Resultate bei kurzen, sehr harten arteriellen Verschlüssen im Leistenbereich. Insgesamt sind die Primär- und Langzeitergebnisse operativer Methoden den interventionellen Verfahren ähnlich, bei langen Verschlüssen überlegen. Nachteilig sind hingegen die nicht seltenen Komplikationen (z.B. Blutungen aus undichten Nähten, Schwellungen, Wundschmerzen, Wundinfektionen, ca. 5 - 30%), die Notwendigkeit einer Narkose, ferner die Liegezeit (5 - 14d), die Narbenbildung sowie die begrenzten Möglichkeit der Korrektur im Falle eines erneuten Verschlusses.