Krampfadern

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind erweiterte, verlängerte und geschlungene Venen. Prinzipiell können sich alle Venen zu Krampfadern entwickeln, am häufigsten sind jedoch die oberflächlichen Venen der Beine betroffen.
Krampfadern gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern in Deutschland. Verschiedenen Studien zu Folge weisen 60 Prozent der Deutschen variköse Veränderungen unterschiedlicher Ausprägung auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei den meisten Betroffenen sind die Veränderungen jedoch geringgradig und ohne wesentlichen Krankheitswert. Etwa 12 Prozent zeigen eine ausgeprägte Krampfaderbildung, die medizinisch behandelt werden muss.



Wie entstehen Krampfadern?

Die Hauptaufgabe des Venensystems besteht darin, das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen zu transportieren. Dabei spielt neben der Pumpleistung des Herzens auch die Wadenmuskulatur eine große Rolle. Wenn sich der Mensch bewegt, wird das Blut Richtung Herz gepresst. In den Venen verhindern Venenklappen durch ihre ventilartige Funktion das Zurückfließen des Blutes. Staut sich z.B. auf Grund mangelnder Bewegung das Blut in den Beinen, kommt es zu einer Überdehnung und Ausbuchtung der Venen. Die Venenwand wird umgebaut, Krampfader bilden sich. Zusätzlich führt diese Überdehnung zu einer Schlussunfähigkeit der Venenklappen, was den Blutstau weiter verschlimmert.

Der Arzt unterscheidet die primäre Varikose von der sekundären Varikose. Bei der primären Varikose ist die Ursache der Krampfaderbildung nicht bekannt. Mit über 90 Prozent ist sie die häufigste Form. Bei der seltenen sekundären Varikose führt eine andere Erkrankung wie die Venenthrombose zu der Bildung der Krampfadern.



Risikofaktoren

Folgende Risikofaktoren sind für die Entstehung der primären Varikose bekannt:

  • Vererbung: die Veranlagung zu Bindegewebsschwäche und damit zu Krampfadern wird vererbt.
  • Hormone: weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) führen zu einer Erschlaffung des Bindegewebes. Aus diesem Grund sind Frauen häufiger betroffen als Männer. In der Schwangerschaft entwickelt jede dritte Frau Krampfadern, die sich jedoch nach der Geburt größtenteils wieder zurückbilden.
  • Bewegungsmangel: stehende oder sitzende Tätigkeiten führen zu einer Erschlaffung der Muskelpumpe. Zusätzlich werden beim Sitzen die Venen in der Kniekehle abgeknickt. Das behindert zusätzlich den Blutfluss.

Weitere Risikofaktoren sind das Alter, Übergewicht und Rauchen.



Symptome

Schwere-, Müdigkeits- und Spannungsgefühl in den Beinen ist ein erstes Zeichen von Krampfadern. Diese Symptome bessern sich im Liegen und bei Bewegung. Auch nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfe können auftreten. Durch einen langdauernden Blutstau in den Venen werden die Gefäße immer durchlässiger und Flüssigkeit, Eiweiße und Blutpigmente werden in das Gewebe abgepresst. Die Folge sind zunächst abendliche, dann ständige Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme), vor allem in der Knöchelgegend und im weiteren Verlauf Hautverfärbungen. Der Blutstau führt auch zu einer mangelnden Versorgung des Gewebes. Endstadium ist die Entstehung von "offenen" Beinen (Ulcus cruris).



Wie werden Krampfadern diagnostiziert?

Die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung geben dem Arzt erste Hinweise auf das Krampfaderleiden. Durch die Dopplersonographie stellt der Arzt fest, ob die tiefen Venen durchgängig sind, ob Veneklappen funktionsfähig sind und in welche Richtung das Blut fließt. In seltenen Fällen wird eine Röntgenkontrastdarstellung der Venen (Phlebographie) durchgeführt.



Wie werden Krampfadern behandelt?

Ziel der Behandlung ist es, die Durchlässigkeit der Venen in einem möglichst frühen Stadium zu stoppen. Ödeme sollen so verringert, die Versorgung des Gewebes verbessert und die Entstehung von Geschwüren verhindert werden.

Kleine Krampfadern (wie die so genannten Besenreiser) lassen sich unter lokaler Betäubung veröden.

Leichte bis mittlere Beschwerden, wie Wasseransammlung können mit Stützverbänden oder Stützstrümpfen behandelt werden. Dies mindert jedoch nur die Beschwerden, die Krampfadern selbst bleiben bestehen. Trotzdem ist dies die Therapie der ersten Wahl.

Zusätzlich werden häufig Ödemprotektiva eingesetzt. Das sind Medikamente pflanzlicher Herkunft, die eine gefäßabdichtende Wirkung haben sollen. Über ihren Nutzen streitet sich die Fachwelt. Dennoch liegen einige positiv bewertete Studien vor, und zwar sowohl über Rosskastanienextrakt und das daraus isolierte Stoffgemisch Aescin als auch über Troxerutin und Hydroxyethylrutoside.

Weiterhin stehen Diuretika zur Verfügung. Diuretika sind Medikamente, die Wasser aus dem Körper schwemmen. Venenstärkende Arzneimittel stärken die Spannung der Gefäßwand.

Hinzu kommen eine Vielzahl an Venensalben, die hauptsächlich Heparin, oft in den unterschiedlichsten Kombinationen mit diversen Pflanzenextrakten, enthalten. Es gibt jedoch keinerlei Belege darüber, dass diese Wirkstoffe die Haut durchdringen und tatsächlich wirken. Beliebt sind sie wohl deshalb, weil sie leicht aufzutragen sind und das Cremen und Massieren der Beine das Gefühl vermittelt sich etwas Gutes zu tun.

In schwereren Fällen wird die ganze veränderte Vene vom Knöchel bis zur Leiste entfernt (Varizen-Stripping). Diese Therapie ist nur dann möglich, wenn die tiefen Beinvenen durchgängig sind.

Krampfadern sollten nicht nur aus kosmetischen Gründen behandelt werden. Etwa 1,8 Millionen Deutsche leiden an offenen Beinen (Ulcus cruris) als Folge von Krampfadern.



Wie können Sie Krampfadern vorbeugen?

  • Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren.
  • Meiden Sie extreme Hitze wie Sonne oder Sauna. Wechselduschen und kaltes Wasser hingegen verbessern die Blutzirkulation.
  • Beachten Sie folgende Regel: Sitzen und stehen ist schlecht, lieber laufen und liegen.
  • Umstritten ist, ob gefäßabdichtende Arzneimittel frühzeitig eingenommen Krampfadern vorbeugen können.